Diesmal mit Mahatma Gandhi…

Diesmal mit Mahatma Gandhi…

…Patanjali, Bryan Kest, John Lennon, Thich Nhat Hanh, Georg Lolos, Regine Rompa….und mit dir!

„Sei du die Veränderung, die du dir für diese Welt wünschst“ – von Mahatma Gandhi, dem größten Yogi der Welt

Und zu verändern gibt es verdammt viel in unserer Welt. Wir wissen das alle, spüren es deutlich. Es werden immer mehr Menschen, die nun aktiv werden. Damit meine ich nicht die Verblendeten der AFD, die rückwärtsgewandt ihren persönlichen Frust auf uns alle übertragen wollen. Damit meine ich z.B. die erfrischende Jugendbewegung „Fridays for Future“. Übrigens ist Jugend hier keine Frage des Alters, sondern eher eine der Lebenseinstellung und des Muts.

Siehe dazu auch: www.yoga-for-future.com

Was hat Yoga damit zu tun?

Der große Yogi Gandhi, der mit der Waffe der Gewaltlosigkeit sein Land von den Briten befreite, sagt: „Gewalt ist die Waffe des Schwachen, Gewaltlosigkeit die Waffe des Starken“. Er befindet sich damit auf der Basis der uralten Ethik des Yoga.

Ich habe gerade in meinem Yogastudio Patanjalis Yogasutra     https://wiki.yoga-vidya.de/Yogasutra (Leitfaden für ein erfüllteres, glückliches Leben), seine Yamas https://wiki.yoga-vidya.de/Yama (Regeln zum Umgang mit deiner Umwelt) und Niyamas https://wiki.yoga-vidya.de/Niyama (Hinweise zum Umgang mit dir selbst) vorgestellt. Wir haben uns die erste Regel, also Ahimsa https://wiki.yoga-vidya.de/Ahimsa (Nicht-Verletzen, Gewaltlosigkeit, Mitgefühl) genauer angesehen.

Auf der körperlichen Ebene ging es um Sanftheit. Sanftheit gegenüber uns selber und unserem Körper. „Gentleness is a muscle“, sagt Yogalehrer Bryan Kest https://www.yoga-aktuell.de/menschen-und-orte/kurz-gefragt/kurz-gefragt-8/ .Dieser „Sanftheitsmuskel“ sollte genauso trainiert werden wie unsere Bauchmuskeln.

64 Prozent derjenigen die Yoga machen wollen damit auch ihr geistiges Befinden verbessern. Üben wir uns in Gewaltlosigkeit (auch in Gedanken, Bewertungen und Worten) uns selber und anderen gegenüber, dann wachsen Mut und Aufrichtigkeit. Spott, Schadenfreude, Ironie und Sarkasmus verschwinden zunehmend. Spüren wir das Leid der Tiere, die Folgen der katastrophalen Umweltzerstörung, dann spüren wir auch, wie das alles und auch uns selbst immer weiter zerstört. Das Erkennen, das wir mit allem verbunden sind, macht nicht nur klar, dass wir ein Teil von allem sind, sondern auch deutlich, wie stark wir der Verursacher von alldem sind. Hier ist der Ansatz! Wir müssen wieder Verantwortung übernehmen und auf Basis einer geänderten Ethik aktiv werden. Ethik wird hier verstanden als eine praktikable, alltagstaugliche Philosophie, die unser Handeln und seine moralische Motivation betrifft. Erstaunlicherweise können die jahrtausendalten Yamas und Niyamas dafür eine gute Richtschnur sein, um uns eine neue Ausrichtung zu geben.

Hier lernen wir Bescheidenheit statt Maßlosigkeit. Achtsamkeit statt Zerrissenheit. Mitgefühl statt Ausbeutung. Und vieles andere mehr.

Mit Meditationen (siehe unten: Metta Meditation) und Achtsamkeit gelangen wir zu einem erweiterten Bewusstsein, das die Basis unserer neuen, unserer nachhaltigen Entscheidungen für uns und für die Welt sein kann.

Die undogmatische Ethik des Yoga ist keine Religion. Wir werden hier nicht einem Gott unterworfen. Bei Jeder/jedem – egal aus welcher Glaubensrichtung – wirkt Yoga heilend und stärkend auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene. Das ist gut und verdammt modern.

„I´m a dreamer, but I´m not the only one!“, John Lennon im Song Imagine

Zwar haben wir als Individuen mit unserem die natürlichen Ressourcen verschwendenden Lebensstil einen nicht geringen Anteil an der Katastrophe, dennoch sind es die multinationalen Energiekonzerne, die sich primär schuldig gemacht haben. Sie kennen seit Jahren die Folgen ihres Tuns (EXXON). https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/exxon-sagte-co2-gehalt-der-atmosphaere-fuer-2019-genau-voraus-a-1267915.html

Mit Hilfe wirkungsvoller Lobbyarbeit wurden die leichtgläubigen Politiker und abhängigen Verbraucher sediert und manipuliert. 

Jetzt liegt es an uns, das zu ändern und das können wir auch!
Widerstand leisten, Position beziehen ….und an uns selber arbeiten.
Das ist allerdings mit Anstrengung verbunden. Mist!

Der buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh https://de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%ADch_Nhất_Hạnh sagt, dass nur Frieden in der Welt entsteht, wenn innerlich Frieden herrscht. Solange wir den Krieg in uns (und mit uns) nicht beenden, kann sich auch draußen kein Frieden einstellen.

Der gleichen Meinung ist auch der Journalist, Mentaltrainer und Buchautor Georg Lolos,

der in seinem neuen Buch „Du bist nicht, was du denkst“ schreibt:

„Von deinem emotionalen Zustand hängt nicht nur dein individuelles Glück ab. Aggressionen und Gewalt, Diebstahl und Gier, Konflikte und Terror haben hier ebenfalls ihren Ursprung. Alle unsere Beziehungen, das Zusammenleben gesellschaftlicher Gruppierungen und die Interaktion von ganzen Völkern und Nationen werden von den inneren Zuständen der Menschen bestimmt. Ob wir aus Furcht Mauern hochziehen und uns abschotten; aus Gier die Umwelt, die Tiere und andere Menschen ausbeuten; ob wir Beziehungen eingehen, die uns nicht guttun; Jobs annehmen, die wir nicht mögen; unsere Kinder misshandeln oder in den Krieg ziehen. All das tun wir, weil wir nicht in der Lage sind, mit dem tagtäglichen Wahnsinn unserer Gedanken und Emotionen umzugehen. Was in allen (Ursprungs-) Religionen gesucht und gepredigt wird, nämlich Frieden, Mitgefühl und Ausgeglichenheit – das findet kaum jemand auf diesem Planeten. Doch die, die es finden, wissen: Es ist möglich, und es liegt in unserem Inneren“.

Du bist nicht, was du denkst, Georg Lolos, Arkana Verlag, Juni 2019

Unser Hof in der Bretagne, Regine Rompa, Rowohlt, April 2019

Unterhaltsames und kluges Buch über die Möglichkeiten, ein anderes naturnahes Leben zu führen. Dieses Buch fordert auf, seine Träume nicht aufzuschieben und seine Hoffnung nicht zu begraben. Es geht! Die Bretagne kann überall sein, wenn wir denn nur mutig und bereit sind, unsere Komfortzonen zu verlassen.

Metta Meditation –
die Meditation diesmal passend zum Thema Ahimsa

Metta (pali) bedeutet liebende Güte. Diese Meditation verbindet dich mit dir selbst, mit anderen Lebewesen und mit der ganzen Welt. Sie lässt deine wichtigste innere Ressource, deine liebende Kraft wachsen. Nur aus ihr heraus entstehen nachhaltige, heilende Veränderungen in der Welt.

Hier geht´s zur Metta Meditation

Yoga schärft unsere Wahrnehmung

Yoga schärft unsere Wahrnehmung

Der Atem verbindet uns mit uns selber.
Unsere Sinne verbinden uns mit der Welt.
Mit den Wahrnehmungskanälen Sehen, Riechen, Hören, Schmecken, Spüren – und vielleicht als 6. Sinn die Intuition – nehmen wir die Welt wahr.

Yoga öffnet und reinigt diese Kanäle und verfeinert und intensiviert damit unsere Wahrnehmungsqualität. Wenn wir es denn zulassen. Das kann auch manchmal schmerzhaft sein. Ist aber immer erhellend.
„Mehr als wir wollen, sind wir das Produkt dessen, was wir wahrnehmen“, sagt Alexander Unzicker.
Unsere Sinne, als Fenster zur Welt sollten geputzt und klar sein.
Atemübungen sind auch zur Reinigung der Wahrnehmungskanäle eine gute Möglichkeit, z.B. die Wechselatmung Anuloma Viloma.
Achtsamkeit bedeutet das Konzentrieren aller Sinne auf das Hier und Jetzt. Die Wirkung ist eine unmittelbare. Damit stoppen wir jedes Gedankenkarussel, kommen sofort wieder an im Hier und Jetzt. Das ist der RESET-Knopf, um uns in den aktuellen Moment zurückzubringen. Und nur von hier heraus, aus dem gegenwärtigen Moment heraus, können wir handeln, können wir entscheiden.
Hinzukommt, dass das sich Bewusstwerden, was wir hören oder riechen usw., dazu führt, dass wir die Welt, die Natur um uns herum deutlicher wahrnehmen. Dadurch verbinden wir uns wieder mit dem, was uns umgibt und stellen fest, wie vielfältig diese Welt ist. Ein sehr heilsamer Vorgang.

Meditation: Eine Reise durch die Sinne

Dauer: 9:29 Min.

Auf der Welt verändert sich einiges.

Auf der Welt verändert sich einiges.

Auf der Welt verändert sich einiges. Nicht immer nur zum Negativen.
Die MeToo – Enthüllungen der vergangenen Jahre und nun auch das erstaunliche Aufstehen einer 16-jährigen Schwedin zur Rettung der Welt, verändern die öffentliche Wahrnehmung. Plötzlich kommen sogar festgefügte Männerbilder ins Wanken. Die Haltung „so-sind-sie-eben, die Männer“ – gilt nicht mehr und wird immer weniger akzeptiert.

Szenen aus dem Herzen: Unser Leben für das Klima, S. Fischer, 2019

Greta Thunbergs Mutter, die international erfolgreiche Opernsängerin Malena Ernman erzählt in dem 2018 in Schweden erschienenen Buch die Geschichte ihrer Familie. Gemeinsam mit Ehemann Svante Thunberg und den Schwestern Greta und Beata beschreibt sie die früheren psychischen Probleme ihrer Töchter, ihren eigenen Burnout und wie die Erkenntnis in der Familie wuchs, dass persönliche Krisen auch Widerspiegelungen von gesellschaftlichen Krisen sind.

Der verlogene Umgang mit dem Klimawandel, der die Politik und Wirtschaft der vergangenen Jahren auszeichnet, ist für die Familie Ernman-Thunberg, Ausdruck einer generellen Nachhaltigkeitskrise, deren Wurzeln tief in unserer wachstumsgläubigen, in Verdrängung geübten, tier- und vor allem auch frauenfeindlichen Kultur zu finden sind.

Auszug aus dem Buch

Szene 40: Die Kunst zu lügen

“Manchmal brocken wir Menschen es uns selbst ein.” Der (schwedische) Ministerpräsident spricht in einer Liveübertragung aus dem Reichstagsgebäude über das Klima.
“Er lügt”, sagt Greta und steht vom Sofa auf, das vor dem Fernseher steht. “Er lügt!”.
“Warum denn?”, frage ich (Mutter Malena). “Er sagt, wir Menschen wären diejenigen, die es uns eingebrockt haben, aber das ist nicht wahr. Ich bin ein Mensch, und ich habe uns nichts eingebrockt. Beata hat uns nichts eingebrockt und du oder Papa auch nicht.”
“Nein, du hast recht.” “Er sagt das nur, damit wir so weitermachen wie immer, denn wenn alle schuld sind, ist niemand schuld. Aber irgendjemand muss schuld sein, also stimmt es nicht, was er sagt. Es gibt doch nur ein paar hundert Firmen, die für den gesamten CO2-Ausstoß stehen. Und es gibt nur sehr wenige extrem reiche Männer, die Tausende Milliarden dadurch verdient haben, den ganzen Planeten zu zerstören, obwohl ihnen die Risiken bekannt waren. Also lügt der Ministerpräsident, genau wie alle anderen.”
Greta seufzt. “Nicht alle haben es uns eingebrockt, sondern nur ein paar wenige, und um den Planeten zu retten, müssen wir den Kampf gegen sie und ihre Firmen und ihr Geld aufnehmen und sie zur Verantwortung ziehen.”

Ergänzung von Gudrun Kromrey: Und währenddessen müssen wir allerdings auch unseren eigenen momentanen Lebensstandard deutlich verändern. Bitter, aber wahr!

Yoga ist politisch

Yoga ist politisch

Von der inneren Stärkung zum selbstbewussten Handeln: Ein Interview mit der Yoga-Lehrerin Gudrun Kromrey.

Gudrun Kromrey lehrt Yoga. Mit 60 Jahren verließ die ehemalige Mitbegründerin der taz, Fernsehjournalistin und spätere Inhaberin einer PR- und Werbeagentur die Medienwelt, um im 1.500 Einwohner kleinen Ostenfeld, Nordfriesland, ein Yogastudio zu eröffnen. Sie schuf ihre eigene Marke Volx Yoga, die sich an alle Altersgruppen richtet. Bei ihrer Arbeit geht es ihr darum, den Menschen Mut zu machen, mit klarer und angstfreier Haltung durch das Leben zu gehen, um sich aktiv für die Dinge einzusetzen, die ihnen wichtig sind. Denn nur wer heiter und gelassen in sich ruht, ist geschützt vor der negativen Informationsflut, vor Hass, Hysterie und Neid.

Kerstin Chavent: Liebe Gudrun Kromrey, was hat Sie dazu gebracht, aus der Medienwelt auszusteigen und sich voll und ganz dem Yoga zu widmen?

Gudrun Kromrey: Mit Mitte Fünfzig hatte ich ein Burnout, besser gesagt eine Sinnkrise. Der Druck des ewigen Höher, Schneller, Weiter erschien mir zunehmend sinnentleert. Ich fühlte mich als Gefangene meines eigenen Unternehmens und der Branchen, für die wir arbeiteten.

Hinzu kam ein schleichendes Gefühl, dass das alles um mich herum nicht in die richtige Richtung läuft. Ich hasste es, mir vorzustellen, dass mit meinen hohen Steuergeldern Banken gerettet werden. Hinzu kam Wut über die Demokratie erodierenden Sätze, wie: „too big to fail“, Wut auf erkennbar lobbygesteuerte politische Entscheidungen, die die Rechte der Frauen, der Tiere und der Natur stumpf ignorieren. Das Prinzip Konsumismus als Mittel, die zunehmende soziale Ungerechtigkeit zu verschleiern, kotzte mich mehr und mehr an. Und ich konnte angebliche Entscheidungsträger in Anzügen nicht mehr ertragen.

Und dann kam Yoga. Ich belegte einen Yogakurs an der örtlichen VHS. Am Anfang kam ich dort immer zu spät und völlig gestresst an. Aber dann war plötzlich etwas ganz Neues, ganz Ungewohntes spürbar, wenn ich mich auf der Matte beim Yoga bewegte und entspannte. Da war wieder Kraft, pure Lebensenergie. Da war ich.

Spannend, dachte ich. Wie macht dieses Yoga das?

Das faszinierte mich. Ich entschied mich, eine Yogalehrerausbildung zu absolvieren. Auch weil das der krasseste Gegensatz zu meinem bisherigen erfolgs- und leistungsorientierten Leben war. Ich wickelte sehr sozial verträglich für die Mitarbeiter meine Firma ab.

Es ist übrigens spannend, dass in einem vom Wachstum geprägten System keine Vorlagen existieren, ein gut laufendes und finanziell sehr gesundes Unternehmen einfach zu liquidieren. Zum Glück begleitete mich, nachdem er die erste Irritation überwunden hatte, ein guter Steuerberater.

Ich stellte fest, dass Yoga gar nicht so viel mit schlanken Muskeln und einem flachen Bauch zu tun hat, sondern dass dahinter eine uralte, sehr schlüssige Philosophie, Psychologie und Ethik stecken.

Die wohl mehr als 2.000 Jahre alten Yoga-Sutras — Leitfäden für ein gutes Leben, individuell und für die Gesellschaft — des Gelehrten Patanjali sind deutlich weitgehender und „moderner“ als die im Vergleich dazu eher beschränkten christlichen 10 Gebote. Außerdem ist Yoga keine Religion, man muss hier an nichts und an niemanden glauben, außer an sich selber.

Was verbirgt sich hinter der Marke Volx Yoga?

Nachdem ich dank Yoga wieder neue Kraft und einen klaren Kopf hatte, wurde mir klar, dass die uralte Methode Yoga eine sehr aktuelle Bedeutung hat. Mit Meditation, Achtsamkeit, Atem- und Körperübungen können wir alle wieder in die Lage versetzt werden, ruhig und gelassen auf diese Welt zu schauen. Dann stellt sich schnell heraus, was wir wirklich wollen und was wir überhaupt benötigen, um gut für uns und für andere durch das Leben zu kommen. Das entfernt uns deutlich von den eingeredeten Wachstumszielen unseres kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems und macht uns immun gegen Hass, Hetze und Hysterie.

Ahimsa, die erste Regel von Patanjali, bedeutet Nicht-Verletzen oder auch Mitgefühl. Das Schädigen von Menschen, Tieren und allem Lebendigen ist hier ausgeschlossen. Sozialdarwinismus, Massentierhaltung und unökologisches Verhalten entsprechen eben nicht dem yogischen Gedanken, dass wir keine losgelösten Individuen sind, sondern verbunden sind mit allem, was uns umgibt. Genau das Gegenteil hat uns das kapitalistische System immer eingeredet. Sätze wie: „Mache dir die Welt untertan“, „Jeder ist seines Glückes Schmied“ oder „Survival of the Fittest“ führen uns direkt ins stupide Hamsterrad, in die Hölle der aussichtslosen Abhängigkeiten und in die weitere ökologische Zerstörung.

Kurz: ich war und bin der festen Überzeugung, dass mit den Methoden und Werten des Yoga wieder etwas mehr Gerechtigkeit und Gewaltlosigkeit in unsere Welt gezogen werden kann.

Mit dem Namen Volx Yoga — auch angelehnt an die linksalternative Einrichtung der Volx Küchen — möchte ich diesen eher anarchistischen Ansatz meines Yoga zum Ausdruck bringen. Hier wird für jeden, der es benötigt, mentale und körperliche Stärkung angeboten.

Wie kann Yoga dabei helfen, sich selbst besser kennenzulernen und nach seinen eigenen Vorstellungen zu leben?

Das ist die Königsdisziplin des Yoga und ganz einfach. Yoga bedeutet „sich verbinden“. Sich wieder zu verbinden mit sich selber und dann auf eine neue Art wieder mit der Welt. Auch sich zu verbinden mit höheren Werten, wie Schönheit, Nähe zur Natur, Freundlichkeit.

Sehen wir zunächst die körperliche Ebene. Wer fühlt sich heute noch wohl in seinem Körper? Mit Photoshop manipulierte Schönheitsideale und industriekonforme Stylingtipps haben uns von uns genauso entfernt, wie die Übergabe der Verantwortung für unsere Gesundheit an die Pharmaindustrie. Hier setzt Yoga ganz neu an und macht uns mit Körperübungen deutlich, dass unser Körper nicht nur unser Tempel ist, den wir pflegen sollten, sondern auch das erste Haus ist, in dem wir wohnen. Fühlen wir uns in diesem Haus nicht wohl, so werden wir uns nirgendwo wohlfühlen. So simpel! Mein Ziel im Yoga ist es, Menschen dabei zu unterstützen, wieder aufrecht, sich selbst bewusst, gesund und stabil durch ihr Leben zu gehen.

Dann die Atemübungen. Sich auf seinen Atem zu konzentrieren ist der schnellste und einfachste Weg, sich wieder zu spüren, wieder zu sich selber zu gelangen.

„Yogas chitta vritti nirodha“, sagt Patanjali, Yoga führt zum Zur-Ruhe-Kommen der Gedanken im Geist. Und dann, und nur dann, sind wir in der Lage mit einem unverstellten, einem nicht manipulierten Blick in die Welt zu gucken und auf uns selber zu schauen. Nur dann können wir Entscheidungen treffen, die für uns und andere gut und gedeihlich sind.

Mit Atemübungen und Meditationen gelangen wir zu Orten in unserem Bewusstsein, an denen noch keine Angst vorhanden ist. Wir gehen also vor die Angst. Hier können wir Gedankenmuster auflösen, die uns begrenzen und schädlich für uns sind. Das ist der Ort, an dem noch keine Geschlechter- oder soziale Rollenmuster existieren. Hier liegt das wahre Wissen über uns selbst und unsere Rolle, die wir in dieser Welt spielen sollten und wollen. Erkennt man das, dann kann man deutlich souveräner mit anerzogenen und gesellschaftlichen Zwängen umgehen oder sich sogar gänzlich von ihnen befreien.

Angst ist der Treibstoff unseres Gesellschafts- und Wirtschaftssystems. Wer Angst hat, der stellt keine Forderungen.

Stellen wir uns also einmal vor, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, in denen die Individuen angstfrei, heiter und gelassen agieren sowie aufrecht und stabil mit Haltung — körperlich und intellektuell — durch das Leben gehen.

Wie können wir uns mit Yoga sozusagen innerlich aufrichten und unsere Welt von innen heraus gerechter und harmonischer gestalten?

Yoga ist nur im ersten Moment eine Methode des Rückzugs. Ein Sich-kurzfristig-Abwenden von der Welt ist häufig auch hilfreich, um wieder Kraft zu bekommen und mit einem neuen Ansatz, einem vielleicht gänzlich neuen Konzept weiterzumachen. Besonders Menschen, die engagiert sind, die in der Lage sind, über den Tellerrand ihres Egos zu gucken, die sensibel sind, für die Bedürfnisse anderer Lebewesen, besonders diese Menschen brennen in unserem System sehr schnell aus. Verlieren den Mut, werden zynisch und geben die Hoffnung und die Motivation auf, sich wieder einzusetzen. Hier ist Yoga sehr hilfreich. Yoga bestätigt uns in unserem tiefen Wissen, was gut ist für uns und für die Welt.

Professor Rainer Mausfeld stellt fest: „Die Menschen denken oft das Falsche, aber spüren das Richtige“.

Hier setzt Yoga an und holt dieses, das Richtige, wieder an die Oberfläche und ermöglicht uns, es wieder mutig und angstfrei zum Maßstab unseres alltäglichen Handelns zu machen. Der Friedensforscher Daniele Ganser sagt sehr richtig:

„Tief im Herzen mögen die Menschen einander (…). Ich setze mich gegen das Abwerten ein, indem ich Achtsamkeit für das Fremde, für das Andere kultiviere. Ich setze mich gegen das Töten ein, indem ich die Empathie fördere und sage: Alles Leben ist heilig.”

Der Historiker Yuval Noah Harari konstatiert:

„Selbstbeobachtung war niemals einfach, aber sie könnte mit der Zeit noch schwieriger werden (…), eine Selbsterkundung mit offenem Ausgang war immer gefährlich. Sie drohte, die soziale Ordnung auszuhöhlen. Als aus den Höhlenmalereien nach und nach Fernsehsendungen wurden, wurde es immer einfacher die Menschen zu täuschen. In naher Zukunft könnten die Algorithmen dies zur Perfektion bringen und es den Menschen nahezu unmöglich machen, ihre wirkliche Realität zu erkennen. Es werden dann die Algorithmen sein, die für uns entscheiden, wer wir sind und was wir über uns selbst wissen sollten.

Für ein paar Jahre oder sogar Dekaden haben wir noch eine Wahl. Wenn wir uns anstrengen, können wir immer noch erforschen, wer wir wirklich sind. Aber wenn wir diese Chance nutzen wollen, sollten wir das jetzt tun.“

Yoga, Achtsamkeit und Meditation sind dazu die Mittel. Yoga ist somit sehr politisch und in meinen Augen das Wehrhafteste, was wir im Moment zur Verfügung haben. Deshalb biete ich Volx Yoga an. Auch online.

Danke für diese Inspiration, liebe Gudrun, die das Innen mit dem Außen verbindet und den Körper mit dem Geist.

Quelle: Kerstin Chavent, www.rubikon.de

Happy Börsday, Rubikon!

Seit nunmehr zwei Jahren sprechen wir vom Rubikon täglich Tacheles, mischen den Diskurs auf und verbreitern den Meinungskorridor.

Am 24. März 2017 erschien der erste Artikel im neu gegründeten Webmagazin „Rubikon“. Das zweite Jahr in der Geschichte eines journalistischen „Startups“ entscheidet oft darüber, ob aus einem Unternehmen ein Strohfeuer oder ein Dauerbrenner wird. Auf dem Weg von der euphorischen Gründungsphase zum gereiften Klassiker-Status ist Konsolidierung angesagt, muss Aufbauarbeit geleistet, müssen Strukturen gefestigt werden, ohne dass das Magazin frühzeitig in seinen Routinen erstarrt. Das zweite Jahr seiner Existenz ist eine anstrengend-schöne Phase, die der Rubikon glänzend bewältigt hat. Wir gehen jetzt mit einigem Stolz und Optimismus in unser drittes. Um auf unseren Lorbeeren auszuruhen, ist die politische Lage, die noch immer von Kriegen und Sozialabbau, Presselügen und Zensurversuchen geprägt wird, jedoch zu brisant. Wir wollen unseren Wirkungskreis erweitern und benötigen dazu Eure Hilfe!

„Wir wollen die Mächtigen wirklich angreifen — und dabei kreativ, gefühlvoll und undogmatisch sein“, antwortete Jens Wernicke auf meine Frage, was denn den Rubikon von anderen politischen Magazinen unterscheide.

Daher auch das aus der römischen Geschichte übernommene Bild vom „überschrittenen Rubikon“ — ein Schritt, nach dem nichts mehr ist wie vorher, ein Zurück nicht mehr möglich. Es braucht Mut, hier mitzumachen. Wenn wir unsere eigene Kühnheit manchmal noch unterschätzen, dann vielleicht nur, weil wir nie ernsthaft versuchen, uns bei ARD, Süddeutscher Zeitung oder BILD zu bewerben und als journalistische Referenz www.rubikon.news anzugeben.

Zum Glück gibt es eine kritische „Subkultur“, die gewachsen ist. Sie ist immerhin so groß, einer Anzahl von Menschen ein „richtiges Leben im falschen“ zu ermöglichen und in Tausenden die Hoffnung auf den gewaltfreien Umsturz des Falschen zu wecken; so groß, dass die satten „Eliten“ im Umgang mit uns von der Phase 1 — Ignorieren — zu Phase 2 — Anfeinden — übergangen sind; aber zu klein noch, um gegen die geballte Desinformationsmacht der „Großen“ in der gleichen Gewichtsklasse fighten zu können.

Ich rutschte in meinen Redakteursjob beim Rubikon eher zufällig hinein. Ich suchte Kooperationspartner für das Magazin www.hinter-den-schlagzeilen.de. Offene Ohren und einen aussagekräftigen Antwortbrief fand ich dabei fast nur bei Jens Wernicke — so als hätte dieser nicht schon damals, im Spätsommer 2017, am Limit gearbeitet. Bei ihm war aber eine große, Eindrücke und Menschen ansaugende Neugier zu spüren, offene Arme statt Festungsmauern, mit denen sich Medien anderswo gegen lästige „Bewerber“ zu schützen versuchen.

Kaum hatte ich ein paar Artikel auf Rubikon veröffentlicht, drohte mir mein neuer Gesprächspartner Geld an — sogar regelmäßig fließendes, im Rahmen seiner Möglichkeiten. Auch das war neu für mich: bemerkt und wertgeschätzt zu werden innerhalb einer Szene, in der man zum „alternativen“ Flair nicht selten Selbstausbeutung und achtlosen Umgang miteinander geliefert bekommt.

Ich spürte, dass in diesem neuen und frischen Medium ein Bedarf für jemanden wie mich war — speziell auch für meine Begabung, zwar — im besten Fall — inspiriert, jedoch auch mit einer gewissen verlässlichen Regelmäßigkeit zu arbeiten.

Mein Job wurde größer, meine Bindung an den Rubikon tiefer — gipfelnd in einem furiosen Autorentreffen im Juli 2018 voll freakiger und lagerfeuerromantischer Begegnungen mit interessanten Menschen im Alter von 17 bis 70. Und manchmal stieß ich mich eben auch an einem Artikel oder Autor, bei dem ich mich fragte: „Passt das wirklich zu mir?“ Das ist typisch Rubikon!

Wer sich wünscht, nur geistige Klone seiner selbst vorzufinden und in der weltanschaulichen Komfortzone zu bleiben, wird sich getäuscht sehen. Hier gibt es nicht nur die Bestätigung dessen, was man ohnehin schon immer wusste, sondern eine Einladung zur Horizonterweiterung: überraschende, Grenzen überschreitende, oft geradezu ärgerliche, nie aber langweilige Einblicke.

Ich würde gern behaupten, dass die Geschichte des Rubikon mit mir erst so richtig begonnen hätte. Aber als ich kam, war alles im Grunde schon da und musste von Jens und seinen frühen Mitstreitern innerhalb von nur etwa einem Dreivierteljahr in einem Kraftakt sondergleichen installiert worden sein.

  • Eine Jugendredaktion, ein Novum in einer Szene, in der oft Ein- oder Zwei-Generationen-Projekte der 68er und Post-68er dominieren. Ein Magazin, in dem Zukunft nicht nur ein Wort ist, sondern Fleisch geworden in Gestalt einer ganzen Riege von jungen Leuten mit phänomenalem Schreibtalent und Motivation.
  • Ein funktionierender und freundlicher IT-Support.
  • Ein visueller Auftritt, dem man ansieht, dass er nicht nur lästige Pflichterfüllung wortfixierter Journalisten ist.
  • Eine Weltredaktion mit hochkarätigen Autorinnen und Autoren, wie man sie sonst eher im Mainstream — dort jedoch mit dem schalen Beigeschmack neoliberaler Herdenmentalität — findet.
  • Eine „Mutmach-Redaktion“ inmitten eines ziemlich entmutigenden Umfelds, in dem man es normalerweise eher mit Verzweiflungsredaktionen zu tun hat. Eine Menge Impulse also, die nicht nur deutlich machen, wovon wir weg-, sondern auch, wo wir hinwollen; die zeigen, wie viel Liebe sich hinter dem gerechten Zorn gegen das Unrecht verbirgt.
  • Ein fantastisch genaues Korrektorat, das dem Redakteur viel Zeit für beschwerliche Sprachkorrekturen einspart und Energien für die kreative Arbeit freisetzt.
  • Eine großartige Videoredaktion, die uns vielfach die Menschen hinter den veröffentlichten Worten nahegebracht hat.
  • Eine illustre und streitbare Riege von Stammautor*innen, die ich vorher nicht unbedingt in ein- und demselben „Lager“ eingeordnet hätte.
  • Eine in der politisch eher „linken“ Szene seltene Offenheit für die psychologische Innenseite der sozialen Wirklichkeit, für Therapie und Erziehung, für Spiritualität sogar. Überhaupt die Fähigkeit, scheinbare Gegensätze zusammenzudenken, anstatt in „Ausschließeritis“ und einen starren Rechtgläubigkeitsgestus zu verfallen.
  • Der Mut, Diffamierungskampagnen als solche zu benennen und mit offenem Visier zu bekämpfen, anstatt sich ihnen klammheimlich doch zu beugen.

Man konnte, als ich dem Rubikon „beitrat“, noch ahnen, dass Konflikte und Richtungskämpfe den Start für die Gründergeneration nicht leicht gemacht hatten. Aus dem Urchaos mussten sich belastbare Strukturen gebären.

Es musste eine Mitarbeiterriege etabliert werden, in der alle „miteinander können“ und zu langfristiger Zusammenarbeit fähig sind. Die Fliehkräfte innerhalb einer Gemeinschaft ausgeprägter, durchaus manchmal „dickköpfiger“ Persönlichkeiten mussten eingedämmt werden, weil nur eine einigermaßen große Truppe jene „kritische Masse“ erreichen kann, die dann tatsächlich in unserer Gesellschaft etwas zum Besseren verändert.

Auch wenn es schwer zu glauben ist — Rub-Ikone Jens hat lange Zeit vieles praktisch im Alleingang gestemmt. Alle Prozesse, die ich angedeutet habe, sind natürlich nicht abgeschlossen — aber zum Glück ein Stück vorangekommen.

Nicht zuletzt brauchte und braucht es natürlich treue, mitdenkende, begeisterte, aber wo nötig auch kritische Leserinnen und Leser, die uns begleiten und stützen — mit ihrer Aufmerksamkeit, mit warmen Worten, aber gelegentlich eben auch mit Geld.

Denn Spenden sind bis heute unsere einzige Einnahmequelle. Ihr könnt es vor allem daran merken, dass unsere Konsumkritik nicht von Werbe-Popups einer Fastfoodkette unterbrochen wird; dass niemand hier schon am Eingang erpresst wird, der Verwendung von „Cookies“ zuzustimmen; dass Artikel nicht mittendrin heimtückisch abbrechen, um Lesenden ein „Premium-Abo“ abzuschwatzen. Bei uns gibt es keine Premium- und keine zweitrangigen Leser. Jeder und jede ist willkommen.

Wir bitten aber im Rahmen Eurer Möglichkeiten um Spenden, die helfen, dass wir diesen „Service“ weiterhin wie bisher — oder sogar besser — anbieten können. Und zwar ohne unsere Mitwirkenden in die Überforderung zu treiben und für die gerechte Sache Brennende in lethargisch sich weiterschleppende Ausgebrannte zu verwandeln.

Helft uns, damit die Größe unseres Mitarbeiterstabs mit der Größe der zu bewältigenden Aufgaben Schritt halten kann. Damit wir mehr noch als zuvor ein Sammelbecken für kritische, manchmal sarkastische, aber immer aufrichtige Liebende sein können. Damit wir noch einige neue Ideen verwirklichen können, die unser nicht unermüdliches, jedoch unerschütterliches Team immer wieder ausbrütet.

Wir bitten Euch, aus Anlass unseres zweiten Geburtstags noch einmal darüber nachzudenken, ob Ihr etwas — oder mehr — für den Fortbestand unseres schönen und wichtigen Projekts spenden wollt. Der Rubikon ist umsonst, aber nicht vergebens.

Wir bereichern uns nicht an diesem höchst idealistischen Projekt; aber wenn Ihr Euch durch unsere geistigen Anregungen bereichert fühlt, helft uns, einer zunehmend in den Wahn abdriftenden Welt zu helfen. Unser wachstumskritisches Magazin sollte paradoxerweise noch wachsen, um seine wichtige Aufgabe zu erfüllen, denn jeder im Durchblicken, Querdenken und Mitfühlen geschulte Mensch ist ein Gewinn.

Schon 5 Euro im Monat helfen uns sehr.

Der Rubikon muss weiter für den Frieden in den Kampf ziehen: gewaltfrei und fair, leidenschaftlich und mit Sachverstand. Er muss den Alternativlosigkeits-Predigern Alternativen entgegenhalten, Träume gegen „Realpolitik“ und Realität gegen hirnvernebelnde Narrative setzen. Starten wir mit neuem Schwung ins dritte Rubikon-Jahr!

Hier zum Schluss der Link zu unserer Spendenseite.

Quelle: www.rubikon.news

Buchtipps…voller Vorfreude!

Buchtipps…voller Vorfreude!

Wichtig und aktuell

Die Geschichte der Bienen, Maja Lunde, btb, 2017

Wie alles mit allem zusammenhängt: Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?

Die Wurzeln der Welt, Emanuele Coccia, Hanser, 2018

Im Yoga wissen wir es schon lange. Alles gehört zusammen, alles ist eins, in allem wohnt Geist und Seele. Coccia bietet in seinem Essay eine elegantes Modell an. Wenn wir uns fragen, welche Rolle das Bewusstsein im Universum spielt, dann lautet seine Antwort: Materie hängt vom Geist ab. Und mit einer weiteren Wendung: Wenn Geist aus der gleichen Materie wie Wolken und Berge besteht, warum sollten Berge und Wolken und überhaupt Materie dann umgekehrt keinen Geist besitzen? Eine Pflanze, so formuliert es der italienische Philosoph, ist eine Maschine, die die Erde an den Himmel bindet.

Die Wurzeln des Lebens, Richard Powers, Fischer, 2018

Ein großer epischer Roman. Zum Schutz der Bäume finden sich ganz unterschiedliche Menschen zusammen. Der Sohn von Siedlern, die unter dem letzten der ausgestorbenen Kastanienbäume Amerikas lebten; eine junge Frau, deren Vater aus China eine Maulbeere mitbrachte; ein Soldat, der im freien Fall von einem Feigenbaum aufgefangen wurde; und eine fast vergessene Botanikerin, die die Kommunikation der Bäume entdeckte. Sie alle tun sich zusammen, um die ältesten Mammutbäume zu retten und geraten an eine gewalttätige Politik, die nicht nur ihr Leben, sondern auch unsere Welt bedroht.

Alle Bücher von Peter Wohlleben!

Literarisch und lehrreich

Die Tage des Gärtners, Jakob Augstein, dtv, 2013

Ein intellektueller Gartensüchtiger begleitet durch die Jahreszeiten und die Jahrhunderte. Ein Buch über das Glück, im Freien zu sein. Jau!

Süchtig nach Grün, Renate Hücking, Piper, 2009

450 Jahre Gartenkunst, geschaffen von Frauen: Elisabeth von Arnim, die Gärtnerinnen von Sissinghurst, Niki des Saint Phalle und ihr Tarotgarten und etliche Zarentöchter haben noch heute lebende Schönheit geschaffen.

Fingerkraut und Feenhandschuh, Barbara Frischmuth, Aufbau Verlag, 2008

Hanglage im Gebirge und wenig Ahnung von Pflanzen sind hier die Herausforderungen. Am Ende entsteht nach zahlreichen lehrreichen Rückschlägen ein üppiges Paradies.

Freude und Ärger im Garten, Karl Foerster, Ulmer, 2001

Foerster (1874-1970) ist für viele Gartenliebhaber der Guru überhaupt. Seine Tipps und Pflanzenbeschreibungen sind aktuell wie nie.

Gabriella Pape,

Gebrauchsanweisung fürs Gärtnern, Piper, 2016

Meine Philosophie lebendiger Gärten, Irisiana, 2010

Pape ist Gartendesignerin und eine kluge Frau. Sie bietet großes Wissen, lange Erfahrung und witzige Anekdoten.

Pflanzengeheimnisse

Peter Tompkins

Das geheime Leben der Natur, Ansata, 1998

Das geheime Leben der Pflanzen, Fischer, 1997

Synthese zwischen Spiritualität und wissenschaftlicher Forschung. Zumindest interessant und spannend. Und wenn es sie doch gibt, die Naturgeister?

Was Pflanzen wissen, Daniel Chamowitz, Hanser, 2012

Was sehen, riechen, hören und fühlen Pflanzen? Nach der Lektüre geht man alle Pflanzen höflich grüßend durch den Garten.

Must have

Wolf- Dieter Storl

Kräuterkunde, Aurum, 15. Auflage, 2017

Der Selbstversorger, GU, 2016

…und zahlreiche weitere Bücher.

Schamanisches Grundlagenwissen für die Gartenpraxis von heute. Ethnobotaniker Storl öffnet unsere Augen und Herzen für das eigentliche Wesen der Pflanzen.

Anarchistisch

Mit Samenbomben die Welt verändern, Josie Jeffery, Ulmer, 2012

Für Guerilla-Gärtner und alle, die es werden wollen. Bomben selber bauen.

Das ist legal und bringt insektenfreundliches Gartenleben in die Welt.

Blackbox Gardening, Reif, Kress, Becker, Ulmer, 2014

Jedes Jahr neue Pflanzen zu kaufen ist von gestern. Versamende Pflanzen an den richtigen Stellen bescheren Jahr für Jahr echte Gartenüberraschungen.

Mal die Kontrolle aufgeben und einfach experimentieren. Das spart Zeit und Geld.

Pflanzen-Partnerschaften

Erbse liebt Radieschen, Josie Jeffery, Ivy Press, 2012

Rose liebt Vergissmeinnicht, Simon Maughan, Jane Courtier, Ivy Press, 2015

 

Wer mit wem und warum. Wenn man das auch für Menschen hätte….

Mischkultur ersetzt Schädlingsbekämpfung. Üppiger Wuchs und satte Ernte durch die intelligente Zusammenstellung der Pflanzen, deren Bedürfnisse perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Einfach schön

Garden Girls, Jana Henschel und Ulrike Schach, Callwey, 2018

Schon Virginia Woolf sagte: „Jede Frau braucht ein eigenes Zimmer und (mindestens) 500 Pfund“. Wie wäre es mal mit einer romantischen Gartenlaube und einem eigenen Beruf? 20 Schrebergärtnerinnen präsentieren ihren eigenen Garten samt Laube und geben Tipps zum Selbermachen und Stylen.

Schön zu sehen, wie frau sich Träume erfüllt!

Weitere Seelenfreuden

Garten und Yoga

Garten und Yoga

Mit Gartenarbeit die Seele streicheln und den Körper stärken

Die, die einen Garten, groß oder klein, besitzen, wissen: der macht Arbeit! Aber auch ebenso viel Freude.

Ich habe mein Burnout mit Yoga und mit der Anlage eines Gartens bezwungen. Durfte ich in der Erde wühlen, Zäune, Veranda, Garten- und Gewächshaus streichen, war ich im siebten Himmel. Völlig ruhig, heiter und gelassen. Das hatte schon fast etwas Manisches und ich habe mich gefragt, darf ich so viel Zeit und Energie nur mit mir und mit dem Garten „verschwenden“, statt unerlässlich einer sinnvollen Gelderwerbstätigkeit nachzugehen? Aber es tat so gut, kleine Samenkörner in Gartenerde zu stecken und zu erleben, wie sich nach geduldigem (!) Warten eine grüne, neugierige Spitze zeigte. Ich spürte, wie sich mit jedem Tag im Garten meine Seele erholte, meine inneren Kräfte wieder wuchsen. Es war, als würde ich plötzlich wieder feste, starke Wurzeln bekommen.

Es scheint so zu sein, – und aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen das – dass unsere Ackerbau- und Viehzucht-, d.h. unsere in und mit der Natur lebende Vergangenheit tief in unseren Genen verankert ist. Der Mensch will gestalten, in der Erde wühlen, will säen, wachsen sehen und ernten.

Der Garten heilt

Mitten in der Natur – ja, auch besonders im Wald – versetzt sich unser Gemüt, unsere Seele schnell in einen Zustand, der sonst nur beim Yoga und mit Meditations-, Achtsamkeits- und Atemübungen erreicht wird.

Gartenarbeit ist Entschleunigung und damit der Gegensatz zu einem ansonsten stressigen Alltag. Vorausgesetzt allerdings, dass man sich im Garten nicht auch noch unter Stress oder Zeitdruck setzt. Auch Gedanken, was die Nachbarn, was die am Vorgarten vorbei Gehenden wohl denken sollen oder werden, sind nicht hilfreich.

Gartenarbeit ist Achtsamkeit. Alles geschieht im jetzigen Augenblick. Jeder Handgriff ist Konzentration. Hier zählt weder Vergangenheit noch Zukunft. Jetzt in diesem Augenblick wird es getan.

Hierbei in einen Zustand des FLOW* zu kommen, ist nicht selten. Zeit spielt plötzlich keine Rolle mehr und der Druck des Alltags ist weit weg.

Unsere Sinne werden angeregt

Wir erleben den Geruch des Humus, den Duft der Pflanzen, das Gefühl der Erde an unseren Händen, die Temperatur des Wassers, hören die Vögel und Insekten, spüren die Sonnenstrahlen und den leichten Wind auf der Haut. Für unsere Seele scheint genau das das Paradies zu sein. Viel eher als ein überfüllter, lauter Strand in einem der üblichen Urlaubsparadiese.

In etlichen spirituellen Traditionen wird die Seele als Garten betrachtet.
In der christlichen Mythologie wird das Paradies stimmig als Garten beschrieben. Und dass Adam und Eva daraus vertrieben wurden, ist schon tragisch und hat den Seelen garantiert nicht gut getan.

Von der Natur lernen

Wir können im Garten Geduld und Sanftheit lernen. Die Natur zeigt uns ihre eigenen Wachstumsperioden. Es wächst eben, wenn der Zeitpunkt, das Licht und die Wärme dafür da sind. Anders als häufig im Berufsalltag und auch bei der Kindererziehung nutzt es hier nichts an den grünen Stängeln zu ziehen, um die Pflanzen zu schnellerem Wachstum zu zwingen. Nutzt übrigens im Job und bei Kindern meistens auch nichts.

Wir erleben bei der Gartenarbeit, wie eine Tätigkeit uns ruhig und heiter werden lässt. Freudvolle Momente im Garten sind häufig. Dabei kostet das alles nicht viel außer ein wenig Wasser, Erde, Samen. Die Sonne und der Regen schicken keine Rechnung. Wie viele Dinge hingegen erwerben wir mit der Hoffnung, dass sie uns glücklich machen? Und stellen fest, dass sie es eben nicht tun.

Ein Garten ist dankbar für unsere Zuwendung und zeigt uns das auch sehr deutlich mit üppigem Wuchs und immer wieder ungewöhnlichen Farbkombinationen seiner Blüten. Schönheit und Anmut pur. Eine ehrliche und nachhaltige Anerkennung unseres Bemühens. Deutlicher als jedes schnöde Lob eines Vorgesetzten, das ebenso schnell wieder verpufft.

Wandel ist etwas, das wir gar nicht lieben. Wir wollen immer festhalten, die Kontrolle haben. Ein Garten ist ein guter Lehrmeister, uns zu zeigen, dass sowieso immer alles im Wandel ist. Wachsen, Blühen und Vergehen. Ein ewiger Zyklus und wir sind nur ein kleiner Teil darin. Festhalten ist gegen die Natur. Loslassen und beobachten ohne zu bewerten ist hier das Motto. Auch im Yoga wird uns genau das immer wieder empfohlen.

Stark und gelenkig werden

Ganz nebenbei macht Gartenarbeit uns auch körperlich fit. Das Bücken, (bitte richtig mit gebeugten Knien und geradem Rücken) und Tragen (nicht zu schwer, Knie immer etwas gebeugt und den Bauch anspannen) macht uns beweglich und stark. Dahinter bleibt ein miefiges Fitnessstudio weit zurück und Tomaten kann man nach dem stupiden Rennen auf einem Laufband auch nicht ernten.

Unkräuter sind einfach nur die Kräuter, deren Vorzüge noch nicht von allen erkannt wurden. Einfach wachsen und blühen lassen. Hier ist garantiert kein Bedarf für Chemiewaffen. Da wird endlich einmal unsere Faulheit belohnt. Bienen und andere Insekten danken mit fröhlichem Gebrumme.

Vitamin D von der Sonne und frische Luft, mehr braucht kein Mensch. Nichts schmeckt köstlicher als das aus dem eigenen Garten geerntete Gemüse. Nichts!

Das alles funktioniert übrigens auch auf einem Balkon oder mit einem Topfbeet auf der Fensterbank oder mit dem bepflanzenden Besetzen eines öffentlichen Raumes. Lasst uns tote Brachen und Leerflächen zu Gärten machen. Mindestens die Insekten sind begeistert….und unsere Seelen sowieso.

*FLOW

https://de.wikipedia.org/wiki/Flow_(Psychologie)

 

© Gudrun Kromrey, März 2019

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