Von der inneren Stärkung zum selbstbewussten Handeln: Ein Interview mit der Yoga-Lehrerin Gudrun Kromrey.

Gudrun Kromrey lehrt Yoga. Mit 60 Jahren verließ die ehemalige Mitbegründerin der taz, Fernsehjournalistin und spätere Inhaberin einer PR- und Werbeagentur die Medienwelt, um im 1.500 Einwohner kleinen Ostenfeld, Nordfriesland, ein Yogastudio zu eröffnen. Sie schuf ihre eigene Marke Volx Yoga, die sich an alle Altersgruppen richtet. Bei ihrer Arbeit geht es ihr darum, den Menschen Mut zu machen, mit klarer und angstfreier Haltung durch das Leben zu gehen, um sich aktiv für die Dinge einzusetzen, die ihnen wichtig sind. Denn nur wer heiter und gelassen in sich ruht, ist geschützt vor der negativen Informationsflut, vor Hass, Hysterie und Neid.

Kerstin Chavent: Liebe Gudrun Kromrey, was hat Sie dazu gebracht, aus der Medienwelt auszusteigen und sich voll und ganz dem Yoga zu widmen?

Gudrun Kromrey: Mit Mitte Fünfzig hatte ich ein Burnout, besser gesagt eine Sinnkrise. Der Druck des ewigen Höher, Schneller, Weiter erschien mir zunehmend sinnentleert. Ich fühlte mich als Gefangene meines eigenen Unternehmens und der Branchen, für die wir arbeiteten.

Hinzu kam ein schleichendes Gefühl, dass das alles um mich herum nicht in die richtige Richtung läuft. Ich hasste es, mir vorzustellen, dass mit meinen hohen Steuergeldern Banken gerettet werden. Hinzu kam Wut über die Demokratie erodierenden Sätze, wie: „too big to fail“, Wut auf erkennbar lobbygesteuerte politische Entscheidungen, die die Rechte der Frauen, der Tiere und der Natur stumpf ignorieren. Das Prinzip Konsumismus als Mittel, die zunehmende soziale Ungerechtigkeit zu verschleiern, kotzte mich mehr und mehr an. Und ich konnte angebliche Entscheidungsträger in Anzügen nicht mehr ertragen.

Und dann kam Yoga. Ich belegte einen Yogakurs an der örtlichen VHS. Am Anfang kam ich dort immer zu spät und völlig gestresst an. Aber dann war plötzlich etwas ganz Neues, ganz Ungewohntes spürbar, wenn ich mich auf der Matte beim Yoga bewegte und entspannte. Da war wieder Kraft, pure Lebensenergie. Da war ich.

Spannend, dachte ich. Wie macht dieses Yoga das?

Das faszinierte mich. Ich entschied mich, eine Yogalehrerausbildung zu absolvieren. Auch weil das der krasseste Gegensatz zu meinem bisherigen erfolgs- und leistungsorientierten Leben war. Ich wickelte sehr sozial verträglich für die Mitarbeiter meine Firma ab.

Es ist übrigens spannend, dass in einem vom Wachstum geprägten System keine Vorlagen existieren, ein gut laufendes und finanziell sehr gesundes Unternehmen einfach zu liquidieren. Zum Glück begleitete mich, nachdem er die erste Irritation überwunden hatte, ein guter Steuerberater.

Ich stellte fest, dass Yoga gar nicht so viel mit schlanken Muskeln und einem flachen Bauch zu tun hat, sondern dass dahinter eine uralte, sehr schlüssige Philosophie, Psychologie und Ethik stecken.

Die wohl mehr als 2.000 Jahre alten Yoga-Sutras — Leitfäden für ein gutes Leben, individuell und für die Gesellschaft — des Gelehrten Patanjali sind deutlich weitgehender und „moderner“ als die im Vergleich dazu eher beschränkten christlichen 10 Gebote. Außerdem ist Yoga keine Religion, man muss hier an nichts und an niemanden glauben, außer an sich selber.

Was verbirgt sich hinter der Marke Volx Yoga?

Nachdem ich dank Yoga wieder neue Kraft und einen klaren Kopf hatte, wurde mir klar, dass die uralte Methode Yoga eine sehr aktuelle Bedeutung hat. Mit Meditation, Achtsamkeit, Atem- und Körperübungen können wir alle wieder in die Lage versetzt werden, ruhig und gelassen auf diese Welt zu schauen. Dann stellt sich schnell heraus, was wir wirklich wollen und was wir überhaupt benötigen, um gut für uns und für andere durch das Leben zu kommen. Das entfernt uns deutlich von den eingeredeten Wachstumszielen unseres kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems und macht uns immun gegen Hass, Hetze und Hysterie.

Ahimsa, die erste Regel von Patanjali, bedeutet Nicht-Verletzen oder auch Mitgefühl. Das Schädigen von Menschen, Tieren und allem Lebendigen ist hier ausgeschlossen. Sozialdarwinismus, Massentierhaltung und unökologisches Verhalten entsprechen eben nicht dem yogischen Gedanken, dass wir keine losgelösten Individuen sind, sondern verbunden sind mit allem, was uns umgibt. Genau das Gegenteil hat uns das kapitalistische System immer eingeredet. Sätze wie: „Mache dir die Welt untertan“, „Jeder ist seines Glückes Schmied“ oder „Survival of the Fittest“ führen uns direkt ins stupide Hamsterrad, in die Hölle der aussichtslosen Abhängigkeiten und in die weitere ökologische Zerstörung.

Kurz: ich war und bin der festen Überzeugung, dass mit den Methoden und Werten des Yoga wieder etwas mehr Gerechtigkeit und Gewaltlosigkeit in unsere Welt gezogen werden kann.

Mit dem Namen Volx Yoga — auch angelehnt an die linksalternative Einrichtung der Volx Küchen — möchte ich diesen eher anarchistischen Ansatz meines Yoga zum Ausdruck bringen. Hier wird für jeden, der es benötigt, mentale und körperliche Stärkung angeboten.

Wie kann Yoga dabei helfen, sich selbst besser kennenzulernen und nach seinen eigenen Vorstellungen zu leben?

Das ist die Königsdisziplin des Yoga und ganz einfach. Yoga bedeutet „sich verbinden“. Sich wieder zu verbinden mit sich selber und dann auf eine neue Art wieder mit der Welt. Auch sich zu verbinden mit höheren Werten, wie Schönheit, Nähe zur Natur, Freundlichkeit.

Sehen wir zunächst die körperliche Ebene. Wer fühlt sich heute noch wohl in seinem Körper? Mit Photoshop manipulierte Schönheitsideale und industriekonforme Stylingtipps haben uns von uns genauso entfernt, wie die Übergabe der Verantwortung für unsere Gesundheit an die Pharmaindustrie. Hier setzt Yoga ganz neu an und macht uns mit Körperübungen deutlich, dass unser Körper nicht nur unser Tempel ist, den wir pflegen sollten, sondern auch das erste Haus ist, in dem wir wohnen. Fühlen wir uns in diesem Haus nicht wohl, so werden wir uns nirgendwo wohlfühlen. So simpel! Mein Ziel im Yoga ist es, Menschen dabei zu unterstützen, wieder aufrecht, sich selbst bewusst, gesund und stabil durch ihr Leben zu gehen.

Dann die Atemübungen. Sich auf seinen Atem zu konzentrieren ist der schnellste und einfachste Weg, sich wieder zu spüren, wieder zu sich selber zu gelangen.

„Yogas chitta vritti nirodha“, sagt Patanjali, Yoga führt zum Zur-Ruhe-Kommen der Gedanken im Geist. Und dann, und nur dann, sind wir in der Lage mit einem unverstellten, einem nicht manipulierten Blick in die Welt zu gucken und auf uns selber zu schauen. Nur dann können wir Entscheidungen treffen, die für uns und andere gut und gedeihlich sind.

Mit Atemübungen und Meditationen gelangen wir zu Orten in unserem Bewusstsein, an denen noch keine Angst vorhanden ist. Wir gehen also vor die Angst. Hier können wir Gedankenmuster auflösen, die uns begrenzen und schädlich für uns sind. Das ist der Ort, an dem noch keine Geschlechter- oder soziale Rollenmuster existieren. Hier liegt das wahre Wissen über uns selbst und unsere Rolle, die wir in dieser Welt spielen sollten und wollen. Erkennt man das, dann kann man deutlich souveräner mit anerzogenen und gesellschaftlichen Zwängen umgehen oder sich sogar gänzlich von ihnen befreien.

Angst ist der Treibstoff unseres Gesellschafts- und Wirtschaftssystems. Wer Angst hat, der stellt keine Forderungen.

Stellen wir uns also einmal vor, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, in denen die Individuen angstfrei, heiter und gelassen agieren sowie aufrecht und stabil mit Haltung — körperlich und intellektuell — durch das Leben gehen.

Wie können wir uns mit Yoga sozusagen innerlich aufrichten und unsere Welt von innen heraus gerechter und harmonischer gestalten?

Yoga ist nur im ersten Moment eine Methode des Rückzugs. Ein Sich-kurzfristig-Abwenden von der Welt ist häufig auch hilfreich, um wieder Kraft zu bekommen und mit einem neuen Ansatz, einem vielleicht gänzlich neuen Konzept weiterzumachen. Besonders Menschen, die engagiert sind, die in der Lage sind, über den Tellerrand ihres Egos zu gucken, die sensibel sind, für die Bedürfnisse anderer Lebewesen, besonders diese Menschen brennen in unserem System sehr schnell aus. Verlieren den Mut, werden zynisch und geben die Hoffnung und die Motivation auf, sich wieder einzusetzen. Hier ist Yoga sehr hilfreich. Yoga bestätigt uns in unserem tiefen Wissen, was gut ist für uns und für die Welt.

Professor Rainer Mausfeld stellt fest: „Die Menschen denken oft das Falsche, aber spüren das Richtige“.

Hier setzt Yoga an und holt dieses, das Richtige, wieder an die Oberfläche und ermöglicht uns, es wieder mutig und angstfrei zum Maßstab unseres alltäglichen Handelns zu machen. Der Friedensforscher Daniele Ganser sagt sehr richtig:

„Tief im Herzen mögen die Menschen einander (…). Ich setze mich gegen das Abwerten ein, indem ich Achtsamkeit für das Fremde, für das Andere kultiviere. Ich setze mich gegen das Töten ein, indem ich die Empathie fördere und sage: Alles Leben ist heilig.”

Der Historiker Yuval Noah Harari konstatiert:

„Selbstbeobachtung war niemals einfach, aber sie könnte mit der Zeit noch schwieriger werden (…), eine Selbsterkundung mit offenem Ausgang war immer gefährlich. Sie drohte, die soziale Ordnung auszuhöhlen. Als aus den Höhlenmalereien nach und nach Fernsehsendungen wurden, wurde es immer einfacher die Menschen zu täuschen. In naher Zukunft könnten die Algorithmen dies zur Perfektion bringen und es den Menschen nahezu unmöglich machen, ihre wirkliche Realität zu erkennen. Es werden dann die Algorithmen sein, die für uns entscheiden, wer wir sind und was wir über uns selbst wissen sollten.

Für ein paar Jahre oder sogar Dekaden haben wir noch eine Wahl. Wenn wir uns anstrengen, können wir immer noch erforschen, wer wir wirklich sind. Aber wenn wir diese Chance nutzen wollen, sollten wir das jetzt tun.“

Yoga, Achtsamkeit und Meditation sind dazu die Mittel. Yoga ist somit sehr politisch und in meinen Augen das Wehrhafteste, was wir im Moment zur Verfügung haben. Deshalb biete ich Volx Yoga an. Auch online.

Danke für diese Inspiration, liebe Gudrun, die das Innen mit dem Außen verbindet und den Körper mit dem Geist.

Quelle: Kerstin Chavent, www.rubikon.de

Happy Börsday, Rubikon!

Seit nunmehr zwei Jahren sprechen wir vom Rubikon täglich Tacheles, mischen den Diskurs auf und verbreitern den Meinungskorridor.

Am 24. März 2017 erschien der erste Artikel im neu gegründeten Webmagazin „Rubikon“. Das zweite Jahr in der Geschichte eines journalistischen „Startups“ entscheidet oft darüber, ob aus einem Unternehmen ein Strohfeuer oder ein Dauerbrenner wird. Auf dem Weg von der euphorischen Gründungsphase zum gereiften Klassiker-Status ist Konsolidierung angesagt, muss Aufbauarbeit geleistet, müssen Strukturen gefestigt werden, ohne dass das Magazin frühzeitig in seinen Routinen erstarrt. Das zweite Jahr seiner Existenz ist eine anstrengend-schöne Phase, die der Rubikon glänzend bewältigt hat. Wir gehen jetzt mit einigem Stolz und Optimismus in unser drittes. Um auf unseren Lorbeeren auszuruhen, ist die politische Lage, die noch immer von Kriegen und Sozialabbau, Presselügen und Zensurversuchen geprägt wird, jedoch zu brisant. Wir wollen unseren Wirkungskreis erweitern und benötigen dazu Eure Hilfe!

„Wir wollen die Mächtigen wirklich angreifen — und dabei kreativ, gefühlvoll und undogmatisch sein“, antwortete Jens Wernicke auf meine Frage, was denn den Rubikon von anderen politischen Magazinen unterscheide.

Daher auch das aus der römischen Geschichte übernommene Bild vom „überschrittenen Rubikon“ — ein Schritt, nach dem nichts mehr ist wie vorher, ein Zurück nicht mehr möglich. Es braucht Mut, hier mitzumachen. Wenn wir unsere eigene Kühnheit manchmal noch unterschätzen, dann vielleicht nur, weil wir nie ernsthaft versuchen, uns bei ARD, Süddeutscher Zeitung oder BILD zu bewerben und als journalistische Referenz www.rubikon.news anzugeben.

Zum Glück gibt es eine kritische „Subkultur“, die gewachsen ist. Sie ist immerhin so groß, einer Anzahl von Menschen ein „richtiges Leben im falschen“ zu ermöglichen und in Tausenden die Hoffnung auf den gewaltfreien Umsturz des Falschen zu wecken; so groß, dass die satten „Eliten“ im Umgang mit uns von der Phase 1 — Ignorieren — zu Phase 2 — Anfeinden — übergangen sind; aber zu klein noch, um gegen die geballte Desinformationsmacht der „Großen“ in der gleichen Gewichtsklasse fighten zu können.

Ich rutschte in meinen Redakteursjob beim Rubikon eher zufällig hinein. Ich suchte Kooperationspartner für das Magazin www.hinter-den-schlagzeilen.de. Offene Ohren und einen aussagekräftigen Antwortbrief fand ich dabei fast nur bei Jens Wernicke — so als hätte dieser nicht schon damals, im Spätsommer 2017, am Limit gearbeitet. Bei ihm war aber eine große, Eindrücke und Menschen ansaugende Neugier zu spüren, offene Arme statt Festungsmauern, mit denen sich Medien anderswo gegen lästige „Bewerber“ zu schützen versuchen.

Kaum hatte ich ein paar Artikel auf Rubikon veröffentlicht, drohte mir mein neuer Gesprächspartner Geld an — sogar regelmäßig fließendes, im Rahmen seiner Möglichkeiten. Auch das war neu für mich: bemerkt und wertgeschätzt zu werden innerhalb einer Szene, in der man zum „alternativen“ Flair nicht selten Selbstausbeutung und achtlosen Umgang miteinander geliefert bekommt.

Ich spürte, dass in diesem neuen und frischen Medium ein Bedarf für jemanden wie mich war — speziell auch für meine Begabung, zwar — im besten Fall — inspiriert, jedoch auch mit einer gewissen verlässlichen Regelmäßigkeit zu arbeiten.

Mein Job wurde größer, meine Bindung an den Rubikon tiefer — gipfelnd in einem furiosen Autorentreffen im Juli 2018 voll freakiger und lagerfeuerromantischer Begegnungen mit interessanten Menschen im Alter von 17 bis 70. Und manchmal stieß ich mich eben auch an einem Artikel oder Autor, bei dem ich mich fragte: „Passt das wirklich zu mir?“ Das ist typisch Rubikon!

Wer sich wünscht, nur geistige Klone seiner selbst vorzufinden und in der weltanschaulichen Komfortzone zu bleiben, wird sich getäuscht sehen. Hier gibt es nicht nur die Bestätigung dessen, was man ohnehin schon immer wusste, sondern eine Einladung zur Horizonterweiterung: überraschende, Grenzen überschreitende, oft geradezu ärgerliche, nie aber langweilige Einblicke.

Ich würde gern behaupten, dass die Geschichte des Rubikon mit mir erst so richtig begonnen hätte. Aber als ich kam, war alles im Grunde schon da und musste von Jens und seinen frühen Mitstreitern innerhalb von nur etwa einem Dreivierteljahr in einem Kraftakt sondergleichen installiert worden sein.

  • Eine Jugendredaktion, ein Novum in einer Szene, in der oft Ein- oder Zwei-Generationen-Projekte der 68er und Post-68er dominieren. Ein Magazin, in dem Zukunft nicht nur ein Wort ist, sondern Fleisch geworden in Gestalt einer ganzen Riege von jungen Leuten mit phänomenalem Schreibtalent und Motivation.
  • Ein funktionierender und freundlicher IT-Support.
  • Ein visueller Auftritt, dem man ansieht, dass er nicht nur lästige Pflichterfüllung wortfixierter Journalisten ist.
  • Eine Weltredaktion mit hochkarätigen Autorinnen und Autoren, wie man sie sonst eher im Mainstream — dort jedoch mit dem schalen Beigeschmack neoliberaler Herdenmentalität — findet.
  • Eine „Mutmach-Redaktion“ inmitten eines ziemlich entmutigenden Umfelds, in dem man es normalerweise eher mit Verzweiflungsredaktionen zu tun hat. Eine Menge Impulse also, die nicht nur deutlich machen, wovon wir weg-, sondern auch, wo wir hinwollen; die zeigen, wie viel Liebe sich hinter dem gerechten Zorn gegen das Unrecht verbirgt.
  • Ein fantastisch genaues Korrektorat, das dem Redakteur viel Zeit für beschwerliche Sprachkorrekturen einspart und Energien für die kreative Arbeit freisetzt.
  • Eine großartige Videoredaktion, die uns vielfach die Menschen hinter den veröffentlichten Worten nahegebracht hat.
  • Eine illustre und streitbare Riege von Stammautor*innen, die ich vorher nicht unbedingt in ein- und demselben „Lager“ eingeordnet hätte.
  • Eine in der politisch eher „linken“ Szene seltene Offenheit für die psychologische Innenseite der sozialen Wirklichkeit, für Therapie und Erziehung, für Spiritualität sogar. Überhaupt die Fähigkeit, scheinbare Gegensätze zusammenzudenken, anstatt in „Ausschließeritis“ und einen starren Rechtgläubigkeitsgestus zu verfallen.
  • Der Mut, Diffamierungskampagnen als solche zu benennen und mit offenem Visier zu bekämpfen, anstatt sich ihnen klammheimlich doch zu beugen.

Man konnte, als ich dem Rubikon „beitrat“, noch ahnen, dass Konflikte und Richtungskämpfe den Start für die Gründergeneration nicht leicht gemacht hatten. Aus dem Urchaos mussten sich belastbare Strukturen gebären.

Es musste eine Mitarbeiterriege etabliert werden, in der alle „miteinander können“ und zu langfristiger Zusammenarbeit fähig sind. Die Fliehkräfte innerhalb einer Gemeinschaft ausgeprägter, durchaus manchmal „dickköpfiger“ Persönlichkeiten mussten eingedämmt werden, weil nur eine einigermaßen große Truppe jene „kritische Masse“ erreichen kann, die dann tatsächlich in unserer Gesellschaft etwas zum Besseren verändert.

Auch wenn es schwer zu glauben ist — Rub-Ikone Jens hat lange Zeit vieles praktisch im Alleingang gestemmt. Alle Prozesse, die ich angedeutet habe, sind natürlich nicht abgeschlossen — aber zum Glück ein Stück vorangekommen.

Nicht zuletzt brauchte und braucht es natürlich treue, mitdenkende, begeisterte, aber wo nötig auch kritische Leserinnen und Leser, die uns begleiten und stützen — mit ihrer Aufmerksamkeit, mit warmen Worten, aber gelegentlich eben auch mit Geld.

Denn Spenden sind bis heute unsere einzige Einnahmequelle. Ihr könnt es vor allem daran merken, dass unsere Konsumkritik nicht von Werbe-Popups einer Fastfoodkette unterbrochen wird; dass niemand hier schon am Eingang erpresst wird, der Verwendung von „Cookies“ zuzustimmen; dass Artikel nicht mittendrin heimtückisch abbrechen, um Lesenden ein „Premium-Abo“ abzuschwatzen. Bei uns gibt es keine Premium- und keine zweitrangigen Leser. Jeder und jede ist willkommen.

Wir bitten aber im Rahmen Eurer Möglichkeiten um Spenden, die helfen, dass wir diesen „Service“ weiterhin wie bisher — oder sogar besser — anbieten können. Und zwar ohne unsere Mitwirkenden in die Überforderung zu treiben und für die gerechte Sache Brennende in lethargisch sich weiterschleppende Ausgebrannte zu verwandeln.

Helft uns, damit die Größe unseres Mitarbeiterstabs mit der Größe der zu bewältigenden Aufgaben Schritt halten kann. Damit wir mehr noch als zuvor ein Sammelbecken für kritische, manchmal sarkastische, aber immer aufrichtige Liebende sein können. Damit wir noch einige neue Ideen verwirklichen können, die unser nicht unermüdliches, jedoch unerschütterliches Team immer wieder ausbrütet.

Wir bitten Euch, aus Anlass unseres zweiten Geburtstags noch einmal darüber nachzudenken, ob Ihr etwas — oder mehr — für den Fortbestand unseres schönen und wichtigen Projekts spenden wollt. Der Rubikon ist umsonst, aber nicht vergebens.

Wir bereichern uns nicht an diesem höchst idealistischen Projekt; aber wenn Ihr Euch durch unsere geistigen Anregungen bereichert fühlt, helft uns, einer zunehmend in den Wahn abdriftenden Welt zu helfen. Unser wachstumskritisches Magazin sollte paradoxerweise noch wachsen, um seine wichtige Aufgabe zu erfüllen, denn jeder im Durchblicken, Querdenken und Mitfühlen geschulte Mensch ist ein Gewinn.

Schon 5 Euro im Monat helfen uns sehr.

Der Rubikon muss weiter für den Frieden in den Kampf ziehen: gewaltfrei und fair, leidenschaftlich und mit Sachverstand. Er muss den Alternativlosigkeits-Predigern Alternativen entgegenhalten, Träume gegen „Realpolitik“ und Realität gegen hirnvernebelnde Narrative setzen. Starten wir mit neuem Schwung ins dritte Rubikon-Jahr!

Hier zum Schluss der Link zu unserer Spendenseite.

Quelle: www.rubikon.news

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